Arthrose und Schmerztherapie beim Hund
Arthrose ist nicht heilbar – aber gut behandelbar. Mit dem richtigen Therapieplan bleibt Ihr Hund schmerzarm und beweglich.
Was ist Arthrose?
Arthrose ist eine chronische, fortschreitende Gelenkerkrankung. Dabei nutzt sich der schützende Knorpel zwischen den Gelenkflächen ab. Häufig betroffen sind Hüfte, Ellbogen, Knie, Schulter und Wirbelsäule.
Schmerzen erkennen
Hunde verbergen Schmerzen oft lange. Achten Sie auf kleine Veränderungen:
- Bewegung: langsames Aufstehen, Lahmen vor allem morgens oder nach Ruhe („Anlaufschmerz“), zögerliches Treppensteigen, Sprung ins Auto wird vermieden.
- Verhalten: weniger Spielfreude, Rückzug, Gereiztheit, häufiges Lecken an einem Gelenk.
- Körperhaltung: aufgekrümmter Rücken, verlagertes Gewicht, eine Pfote wird entlastet.
- Allgemein: veränderter Appetit, unruhiger Schlaf, häufigeres Hecheln.
Diagnostik in unserer Praxis
- Klinische Untersuchung: Gangbild, Beweglichkeit der Gelenke, Schmerzpunkte
- Röntgen: Gelenkspalt, Knochenzubildungen, Verschleißzeichen
- Blutuntersuchung bei Bedarf, um andere Ursachen auszuschließen
- In besonderen Fällen Ultraschall oder Überweisung zu CT oder MRT
Viele Bausteine wirken zusammen
Ein Medikament allein reicht bei Arthrose nicht. Wir stellen den Therapieplan gemeinsam mit Ihnen zusammen und passen ihn an.
Schmerztherapie
Moderne Schmerzmittel lindern Schmerz und Entzündung. Neben Tabletten gibt es inzwischen auch sehr gut verträgliche Präparate, die nur einmal im Monat gespritzt werden. Bei Dauertherapie kontrollieren wir regelmäßig die Blutwerte.
Niemals Schmerzmittel für Menschen wie Ibuprofen oder Paracetamol geben – sie sind für Hunde lebensgefährlich.
Richtig dosierte Bewegung
- Mehrere kurze Spaziergänge statt einer langen Tour.
- Weiche Untergründe wie Wiese und Waldboden, Asphalt meiden.
- Schwimmen ist ideal – gelenkschonend und muskelaufbauend.
- Keine abrupten Stopps, Sprünge oder Ballspiele auf hartem Boden.
Physiotherapie & Laser
Massage, passive Bewegung und gezieltes Training bauen Muskeln auf und entlasten die Gelenke – direkt bei uns mit unserer Physiotherapeutin Chantal Ruppel. Die Lasertherapie wirkt zusätzlich schmerzlindernd und entzündungshemmend.
Zur Physiotherapie →Ernährung
- Idealgewicht halten – jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke.
- Omega-3-Fettsäuren, z. B. aus Lachs- oder Krillöl, wirken entzündungshemmend.
- Gelenk-Ergänzungsfutter unterstützen bei längerer Gabe.
- Spezielle Gelenkdiäten sind möglich.
Bei fortgeschrittener Arthrose
Gelenkinjektionen können Schmerz und Beweglichkeit verbessern. Wenn die konservative Therapie nicht mehr ausreicht, kommen auch Operationen infrage. Und wenn es auf das Lebensende zugeht, begleiten wir Sie offen und einfühlsam.
Was Sie zu Hause tun können
- Rutschfeste Teppiche auf glatten Böden.
- Orthopädisches, gut gepolstertes Hundebett, das das Aufstehen erleichtert.
- Rampe statt Sprung ins Auto oder aufs Sofa.
- Wärme bei Anlaufschmerz, z. B. Kirschkernkissen.
- Geduld: Bewegung ist gut, Überforderung schadet.