
Dermatologie
Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Tierarztbesuch. Mit spezialisierter Diagnostik finden wir die Ursache – statt nur Symptome zu behandeln.
Pollenflug, Allergene & Parasiten
Die Lage für Haut und Fell Ihres Tieres – täglich aktualisiert und nach Bedeutung sortiert. Mit Tipps, was Sie heute tun können.
Termin HautsprechstundePollen: Deutscher Wetterdienst · Parasiten: berechnet aus Wetter und Jahreszeit. Orientierungswerte, keine Diagnose.
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Dr. med. vet. Susanne Kling-Erbe, GPCert Derm
Studium der Tiermedizin von 1999 bis 2005 an der Universität Leipzig, dort auch Promotion. Zertifizierte Dermatologin der European School of Veterinary Postgraduate Studies (GPCert Derm), Mitglied der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) und der European Society of Veterinary Dermatology (ESVD).
Wo juckt’s?
Tippen Sie auf die Stelle, an der sich Ihr Tier kratzt, leckt oder Haare verliert – und sehen Sie, was dahinterstecken kann.
Stelle antippen
Wählen Sie oben Hund oder Katze und tippen Sie auf eine Nummer im Bild – oder auf einen Eintrag in der Liste.
Ohren
Anzeichen: Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Rötung, Geruch oder Ausfluss
Mögliche Ursachen:
- Ohrentzündung – sehr oft Folge einer Umwelt- oder Futtermittelallergie
- Hefepilze (Malassezia) oder Bakterien
- Ohrmilben, vor allem bei Welpen
- Krustige, juckende Ohrränder: Verdacht auf Sarcoptesräude
Ohren nicht mit Wattestäbchen reinigen – bitte zuerst untersuchen lassen.
Gesicht, Augen und Lefzen
Anzeichen: Reiben des Gesichts, Rötung um Augen und Maul, Haarausfall
Mögliche Ursachen:
- Umweltallergie (Atopie) oder Futtermittelallergie
- Demodex-Milben – oft bei Junghunden, kahle Stellen um die Augen
- Hautpilz: runde, kahle, schuppige Stellen
Kreisrunde kahle Stellen können ansteckend sein – auch für Menschen.
Achseln, Bauch und Innenschenkel
Anzeichen: Rötung, Pickel, Pusteln, dunkle oder verdickte Haut
Mögliche Ursachen:
- Umweltallergie – typische Stellen
- Bakterielle Hautentzündung (Pyodermie)
- Grasmilben im Spätsommer
- Kontaktallergie, z. B. durch Reinigungsmittel
Bauch nach Spaziergängen im hohen Gras abspülen hilft bei Grasmilben.
Pfoten
Anzeichen: Häufiges Lecken und Knabbern, rotbraune Verfärbung, Entzündung zwischen den Zehen
Mögliche Ursachen:
- Umwelt- oder Futtermittelallergie – Pfotenlecken ist ein Leitzeichen
- Hefepilze zwischen den Ballen
- Grasmilben (orangefarbene Pünktchen)
- Fremdkörper wie Grannen
Pfoten nach dem Spaziergang abspülen und gut trocknen.
Rücken und Schwanzansatz
Anzeichen: Starker Juckreiz, Knabbern, Krusten und Haarausfall am Rücken
Mögliche Ursachen:
- Flöhe und Flohspeichelallergie – die häufigste Ursache an dieser Stelle
- Futtermittelallergie
Schwarze Krümel im Fell, die auf feuchtem Küchenpapier rot werden, sind Flohkot.
Hinterteil
Anzeichen: „Schlittenfahren“ auf dem Po, Lecken am After
Mögliche Ursachen:
- Gefüllte oder entzündete Analbeutel
- Würmer
- Futtermittelallergie
Häufiges Rutschen immer abklären lassen – entzündete Analbeutel sind schmerzhaft.
Flanken und Rumpf – ohne Juckreiz
Anzeichen: Gleichmäßiger Haarausfall auf beiden Seiten, dünne Haut, stumpfes Fell
Mögliche Ursachen:
- Hormonelle Erkrankungen, z. B. Schilddrüsenunterfunktion oder Cushing
Hier hilft oft eine Blutuntersuchung weiter.
Kopf und Hals
Anzeichen: Kratzwunden, Krusten und kahle Stellen an Kopf und Hals
Mögliche Ursachen:
- Futtermittelallergie – bei Katzen besonders oft an Kopf und Hals
- Umweltallergie
- Flöhe
Offene Kratzwunden können sich entzünden – nicht zu lange warten.
Ohren
Anzeichen: Kopfschütteln, dunkles, krümeliges Ohrenschmalz
Mögliche Ursachen:
- Ohrmilben – sehr ansteckend für andere Katzen im Haushalt
- Ohrentzündung bei Allergie
Bei Ohrmilben immer alle Tiere im Haushalt mitbehandeln.
Kinn
Anzeichen: Schwarze Pünktchen, Pickel oder Schwellung am Kinn
Mögliche Ursachen:
- Kinnakne
- Reaktion auf Futternäpfe aus Kunststoff
Näpfe aus Keramik oder Edelstahl verwenden und täglich reinigen.
Kreisrunde kahle Stellen
Anzeichen: Runde, schuppige, kahle Flecken – oft am Kopf oder an den Pfoten
Mögliche Ursachen:
- Hautpilz (Mikrosporie) – ansteckend für andere Tiere und Menschen
Bitte zeitnah untersuchen lassen und bis dahin Kontakt zu Kindern einschränken.
Rücken und Schwanzansatz
Anzeichen: Viele kleine Krüstchen, die man eher fühlt als sieht
Mögliche Ursachen:
- Miliare Dermatitis – meist durch Flöhe
- Futtermittel- oder Umweltallergie
Auch Wohnungskatzen können Flöhe haben – über Hund, Menschen oder Schuhe.
Bauch und Innenschenkel
Anzeichen: Kahl geleckte Stellen, oft ohne sichtbare Rötung
Mögliche Ursachen:
- Allergie
- Stress oder Langeweile
- Schmerzen, z. B. bei Blasenentzündung
Kahl lecken ist bei Katzen häufig ein Zeichen von Juckreiz – nicht nur von Stress.
Nur zur Orientierung – keine Diagnose. Hautprobleme haben oft mehrere Ursachen gleichzeitig. Termin in der Hautsprechstunde: 036967 713 95
Woher kommen Juckreiz und Hautprobleme?
Juckreiz, Rötungen oder Haarausfall sind Symptome – dahinter können ganz unterschiedliche Ursachen stecken. Oft wirken sogar mehrere zusammen. Deshalb suchen wir gezielt nach dem Auslöser. Tipps für zu Hause und alles zur Ausschlussdiät finden Sie im Ratgeber Juckreiz und Allergie.
Parasiten
Flöhe, Milben wie Sarcoptes (Räude), Demodex oder Grasmilben und Ohrmilben. Schon wenige Flohbisse können bei empfindlichen Tieren eine Flohspeichelallergie auslösen.
Typisch: starker Juckreiz, Krusten, Haarausfall am Rücken, an Ohrrändern oder Pfoten
Umweltallergie (Atopie)
Überempfindlichkeit gegen Pollen, Hausstaub- oder Futtermilben. Die Atopie ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Hund und Katze und beginnt meist im jungen Alter.
Typisch: Pfotenlecken, gerötete Achseln und Bauch, wiederkehrende Ohrentzündungen
Futtermittelallergie
Eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Eiweiße im Futter. Sie lässt sich nur über eine konsequente Ausschlussdiät sicher feststellen – dabei unterstützt Sie unsere Ernährungsberatung.
Typisch: ganzjähriger Juckreiz, oft zusammen mit Magen-Darm-Beschwerden
Infektionen & Hautpilz
Bakterien (Pyodermie) und Hefepilze nutzen vorgeschädigte Haut. Hautpilze (Dermatophyten) sind ansteckend – auch für andere Tiere und für Menschen.
Typisch: Pusteln, Schuppen, kreisrunde kahle Stellen, unangenehmer Geruch
Hormonelle Erkrankungen
Eine Schilddrüsenunterfunktion oder das Cushing-Syndrom können Haut und Fell verändern – oft ganz ohne Juckreiz.
Typisch: symmetrischer Haarausfall, dünne Haut, stumpfes Fell
Seltene Ursachen
Autoimmunerkrankungen wie Pemphigus oder Lupus, die juvenile Zellulitis bei Welpen, Hauttumoren oder Leckgranulome aus Langeweile und Stress.
Diese Erkrankungen brauchen spezielle Diagnostik, oft mit Biopsie.
Warum Hautprobleme gefährlich werden können
- Teufelskreis aus Jucken und Kratzen – durch das Kratzen entstehen offene Wunden, die den Juckreiz weiter verstärken.
- Infektionen – Bakterien und Hefepilze besiedeln die geschädigte Haut. Es entstehen nässende „Hot Spots“ und eitrige Entzündungen.
- Bleibende Veränderungen – unbehandelt wird die Haut dick, dunkel und ledrig. Chronische Ohrentzündungen können den Gehörgang dauerhaft verengen.
- Ansteckung – Räudemilben und Hautpilze können auf andere Tiere im Haushalt und auf Menschen übergehen.
- Leidensdruck – ständiger Juckreiz raubt Ihrem Tier Schlaf und Lebensqualität.
- Verschleierte Ursache – Kortison lindert den Juckreiz, behandelt aber nicht den Auslöser. Ohne Diagnose kann eine Dauertherapie die eigentliche Erkrankung verdecken – wie in unserem Fallbeispiel Sarcoptesräude.
Wann Sie zu uns kommen sollten
- Juckreiz, der länger als ein bis zwei Wochen anhält
- Offene, nässende oder blutige Hautstellen
- Haarausfall oder kahle Stellen
- Ständiges Pfotenlecken oder Knabbern
- Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren, Geruch aus dem Ohr
- Pusteln, Krusten oder Schuppen
- Juckreiz bei mehreren Tieren im Haushalt – oder auch bei Ihnen
So läuft die dermatologische Erstuntersuchung
Befunderhebung
Ein ausführliches Gespräch auf Grundlage des Fragebogens, den Sie vorab zu Hause ausfüllen. Bitte bringen Sie alle bisherigen Befunde, Medikamente, Allergietests, Blutergebnisse und den Impfausweis mit.
Untersuchung
Haarproben und Hautgeschabsel werden entnommen, angefärbt und sofort mikroskopiert. Je nach Befund kommen die Woodsche Lampe oder Pilztests hinzu.
Therapieplan
Wir fassen alle Ergebnisse zusammen und erstellen einen Behandlungsplan. Weitere Untersuchungen wie Biopsie, Allergietest oder Blutuntersuchung besprechen wir gemeinsam.
Einblick in die Untersuchung
Die meisten Proben untersuchen wir direkt in der Praxis unter dem Mikroskop – oft steht ein erster Befund noch während Ihres Termins fest.
Haarproben
Wir zupfen einzelne Haare und prüfen Schaft und Wurzel. So erkennen wir Milben, Pilzsporen oder Haare, die durch Lecken abgebrochen sind.
Hautgeschabsel
Mit einer stumpfen Klinge schaben wir vorsichtig über die Haut. Im Präparat können sich Räude- und Haarbalgmilben zeigen.
Anfärbungen
Zellen von der Hautoberfläche werden mit Klebestreifen oder Tupfer abgenommen und angefärbt. Wir sehen zum Beispiel Bakterien, Hefepilze und Entzündungszellen.
Woodsche Lampe
Unter ultraviolettem Licht leuchten manche Hautpilze grünlich auf – eine schnelle erste Kontrolle ohne Probenentnahme.
Pilzkultur
Haare und Schuppen kommen auf einen Nährboden. Wächst ein Hautpilz, verfärbt sich der Boden – das Ergebnis liegt nach einigen Tagen vor.
Biopsie
Bei unklaren Veränderungen entnehmen wir ein kleines Hautstück, meist unter örtlicher Betäubung, und lassen es im Fachlabor untersuchen.
Sarcoptesräude beim Hund
Zwei Jahre Juckreiz, eine Allergie-Diagnose, eine erfolglose Hyposensibilisierung – und dann fand sich die Ursache schon im zweiten Präparat unter dem Mikroskop.
Fallbeispiel lesen
Bilder aus unserer Hautsprechstunde
Echte Patienten aus unserer Praxis – so unterschiedlich können Hauterkrankungen aussehen. Zum Vergrößern auf ein Bild tippen.
Juvenile Zellulitis
WelpeEine immunvermittelte Erkrankung junger Welpen: Lider, Lefzen und Schnauze schwellen an, es bilden sich Pusteln und Krusten, oft sind die Lymphknoten vergrößert. Rechtzeitig behandelt heilt sie meist gut ab.
Atopie
HundUmweltallergie mit geröteter Haut, zum Beispiel rund um Augen und Lefzen, an Bauch und Achseln. Durch Kratzen und Lecken kommen häufig Infektionen hinzu.
Lupus
HundEine Autoimmunerkrankung, die beim Hund oft am Nasenspiegel beginnt: Pigmentverlust, Schuppen, Krusten und offene Stellen. Sonnenlicht verschlimmert die Veränderungen.
Demodikose
HundHaarbalgmilben (Demodex) leben in geringer Zahl bei jedem Hund. Ist die Abwehr geschwächt, vermehren sie sich stark – typisch ist Haarausfall rund um Augen und Schnauze.



















