Vergiftung – was tun?
Ihr Hund oder Ihre Katze hat etwas Giftiges aufgenommen? Nicht abwarten! Symptome können erst nach Stunden oder Tagen auftreten – dann ist es oft zu spät.
So gehen Sie vor
- 1Ruhe bewahrenIhr Tier reagiert auf Ihre Anspannung. Bringen Sie es weg von der Giftquelle.
- 2Sofort anrufenPraxis 036967 713 95, außerhalb der Sprechzeiten Tiernotruf 0361 644 788 08. Wir leiten Sie an.
- 3Informationen sammelnWas wurde wann und wie viel aufgenommen? Verpackung und Reste mitbringen – oder ein Foto machen.
- 4Kein Erbrechen auslösenNur nach tierärztlicher Anweisung. Bei manchen Giften, z. B. Säuren, Laugen oder Petroleum, macht es alles schlimmer.
- 5Keine HausmittelKeine Milch, kein Salzwasser, keine Kohle auf eigene Faust – wir entscheiden gemeinsam, was sinnvoll ist.
- 6Schnell in die PraxisZeit ist bei Vergiftungen der wichtigste Faktor.
Ist das giftig?
Lebensmittel, Pflanze oder Mittel eintippen – Sie sehen sofort, ob es für Hund oder Katze gefährlich ist.
Nicht in unserer Liste. Das heißt nicht, dass es harmlos ist – rufen Sie im Zweifel lieber an.
- Schokolade, Kakaosehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- ca. 20 g dunkle Schokolade je 10 kg Körpergewicht – je dunkler, desto gefährlicher
- Anzeichen
- Erbrechen, Unruhe, Herzrasen, Krämpfe
- Weintrauben, Rosinensehr gefährlich
- Betroffen
- Hund
- Gefährlich ab
- keine sichere Mindestmenge – Richtwert 10–30 g je kg Körpergewicht: beim 5-kg-Hund ca. 10–30 Trauben, beim 20-kg-Hund ca. 120 Trauben
- Anzeichen
- Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen
- Xylit (Birkenzucker)sehr gefährlich
- Betroffen
- Hund
- Gefährlich ab
- 0,1 g je kg Körpergewicht – steckt in Kaugummi und „light“-Süßem
- Anzeichen
- Unterzuckerung, Schwäche, Krämpfe, Leberversagen
- Zwiebel, Knoblauchgiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- 5–10 g je kg Körpergewicht – auch gekocht oder als Pulver
- Anzeichen
- Blutarmut, dunkler Urin, Schwäche
- Macadamianüssegiftig
- Betroffen
- Hund
- Gefährlich ab
- 2 g je kg Körpergewicht
- Anzeichen
- Schwäche, Zittern, Erbrechen, Überhitzung
- Avocadogiftig
- Betroffen
- Hund, Vögel
- Gefährlich ab
- kleinere Mengen
- Anzeichen
- Erbrechen, Durchfall, Atemnot
- Lilien (alle Arten)sehr gefährlich
- Betroffen
- Katze
- Gefährlich ab
- jedes Pflanzenteil – auch der Blütenstaub
- Anzeichen
- Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, akutes Nierenversagen
- Schneckenkornsehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- schon kleinste Mengen
- Anzeichen
- Speicheln, Krämpfe, Zittern, Atemlähmung
- Rattengift, Giftködersehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- schon kleinste Mengen – Anzeichen oft erst nach 1–3 Tagen
- Anzeichen
- Blutungen, Schwäche
- Frostschutzmittelsehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- 1,4 ml je kg Körpergewicht – schmeckt süß
- Anzeichen
- „Betrunken“ wirkend, Erbrechen, Nierenversagen
- Schmerzmittel für Menschengiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- abhängig vom Schmerzmittel und der Wirkstoffmenge
- Anzeichen
- Magenbluten, Leber- und Nierenversagen
- Floh-Spot-on für Hunde (Permethrin)sehr gefährlich
- Betroffen
- Katze
- Gefährlich ab
- schon die Menge für einen Hund – auch durch engen Kontakt mit dem behandelten Hund
- Anzeichen
- Zittern, Krämpfe, Speicheln
- Eibe, Oleander, Engelstrompetesehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- kleine Mengen
- Anzeichen
- Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Krämpfe
- Maiglöckchen, Fingerhutsehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- kleine Mengen
- Anzeichen
- Erbrechen, Herzrhythmusstörungen
- Weihnachtssterngiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- Milchsaft reizt Maul und Magen
- Anzeichen
- Speicheln, Erbrechen, Durchfall
- Dieffenbachiegiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- Pflanzensaft reizt stark
- Anzeichen
- Brennen und Schwellung im Maul, Speicheln, Schluckbeschwerden
- Efeugiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- Blätter und Beeren
- Anzeichen
- Erbrechen, Durchfall, Speicheln
- Rhododendron, Azaleesehr gefährlich
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- kleine Mengen
- Anzeichen
- Speicheln, Erbrechen, Schwäche, Herzrhythmusstörungen
- Tulpen- und Narzissenzwiebelngiftig
- Betroffen
- Hund, Katze
- Gefährlich ab
- vor allem die Zwiebeln
- Anzeichen
- Erbrechen, Durchfall, Speicheln
Verdacht auf Vergiftung? Nicht abwarten – sofort anrufen. Verpackung oder Pflanzenteile mitbringen, kein Erbrechen selbst auslösen.
Auswahl häufiger Gifte, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Mengen sind Richtwerte – auch weniger kann gefährlich sein.
Die gefährlichsten Gifte für Hund und Katze
Die Mengen sind Richtwerte pro Kilogramm Körpergewicht. Tiere reagieren unterschiedlich empfindlich – im Zweifel immer anrufen.
| Substanz | Betroffen | Gefährlich ab | Mögliche Anzeichen |
|---|---|---|---|
| Schokolade (Theobromin) | Hund, Katze | ca. 20 g dunkle Schokolade pro 10 kg | Erbrechen, Unruhe, Herzrasen, Krämpfe |
| Weintrauben und Rosinen | Hund | 10–30 g pro kg – keine sichere Mindestmenge | Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen |
| Xylit (Birkenzucker, Kaugummi, „light“-Süßes) | Hund | 0,1 g pro kg | Unterzuckerung, Schwäche, Krämpfe, Leberversagen |
| Zwiebeln und Knoblauch (auch gekocht) | Hund, Katze | 5–10 g pro kg | Blutarmut, dunkler Urin, Schwäche |
| Macadamia-Nüsse | Hund | 2 g pro kg | Schwäche, Zittern, Erbrechen, Überhitzung |
| Avocado (Persin) | Hund, Vögel | kleinere Mengen | Erbrechen, Durchfall, Atemnot |
| Lilien (alle Arten) | Katze | jedes Pflanzenteil – auch Blütenstaub | Erbrechen, Apathie, akutes Nierenversagen |
| Schneckenkorn (Metaldehyd) | Hund, Katze | schon kleinste Mengen | Speicheln, Krämpfe, Zittern, Atemlähmung |
| Rattengift (Cumarine) | Hund, Katze | schon kleinste Mengen | Blutungen, Schwäche – oft erst nach Tagen |
| Frostschutzmittel (Ethylenglykol) | Hund, Katze | ab ca. 1,4 ml pro kg | „Betrunken“ wirken, Erbrechen, Nierenversagen |
| Schmerzmittel für Menschen (Ibuprofen, Paracetamol) | Hund, Katze | abhängig vom Mittel und der Wirkstoffmenge | Magenbluten, Leber- und Nierenversagen |
| Eibe, Oleander, Engelstrompete | Hund, Katze | kleine Mengen | Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Krämpfe |
Diese Anzeichen bedeuten immer Alarm
- Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, besonders mit Blut
- Speicheln, Schaum vor dem Maul
- Zittern, Krämpfe, Koordinationsstörungen
- Atemnot, blasses oder bläuliches Zahnfleisch
- Teilnahmslosigkeit, nicht ansprechbar, Bewusstlosigkeit
- Übererregung, Unruhe, weite Pupillen
- Dunkler, rotbrauner Urin
- Blutungen aus Nase oder Maul, Blut im Kot oder Urin
Praxis: 036967 713 95 · Außerhalb der Sprechzeiten: 0361 644 788 08
Wichtige Telefonnummern
| Tierarztpraxis Kling-Erbe während der Sprechzeiten | 036967 713 95 |
| Tiernotruf Thüringen außerhalb der Sprechzeiten | 0361 644 788 08 |
| Giftnotruf Erfurt 24 Stunden | 0361 730 730 |
| Giftnotruf Berlin 24 Stunden | 030 19240 |
| Giftnotruf Bonn 24 Stunden | 0228 19240 |
Zu Hause vorbereiten
- Notfall-Set: Handschuhe, Beutel für Erbrochenes, Decke, Maulkorb – auch liebe Hunde können vor Schmerz beißen.
- Das Gewicht Ihres Tieres notieren – wichtig für die Einschätzung.
- Unsere Nummer 036967 713 95 und den Tiernotruf im Handy speichern.
- Bei unbekannter Substanz ein Foto der Verpackung machen.
Vorbeugen ist die beste Therapie
- Süßigkeiten, Tabletten und Putzmittel nie herumliegen lassen.
- Kompost und Mülleimer tiersicher verschließen.
- Zimmer- und Gartenpflanzen prüfen – viele sind giftig.
- Im Garten auf Schneckenkorn, Dünger und gespritzte Flächen achten.
- Beim Spaziergang nichts vom Boden fressen lassen – Anti-Giftköder-Training hilft.
- Auf Reisen vorher über giftige Pflanzen vor Ort informieren.